Wennigsen
Grüne befürchten Nachteile durch SchweinemastWennigsen (bri). Die Regionsgrünen unterstützen die Proteste in Wennigsen gegen die geplante Schweinemast-Anlage. Die Bürgerinitiative erwartet Beeinträchtigungen von benachbarten Wald- und Siedlungsflächen.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der Region befürchtet immense Immissionsbelastungen von der geplanten Schweinmast-Anlage. „Es ist unverständlich, dass die derzeitige Rechtslage der Regionsverwaltung wenig Spielraum gibt, eine Genehmigung zu verweigern, obwohl das Gelände in einem Landschaftsschutzgebiet liegt“, sagt der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Ulrich Schmersow.
Die Planung sieht vor, dass im Landschaftsschutzgebiet „Norddeister” ein Stall mit 1 936 Mastplätzen und einem Güllebehälter entsteht. Erst bei Überschreitung der Zahl von 2 000 Plätzen wäre eine öffentliche Beteiligung im Genehmigungsverfahren erforderlich. Werden alle Vorgaben nach Bundesimmissionsschutzgesetz erfüllt, handelt es sich um eine gebundene Entscheidung – das bedeutet, die Regionsverwaltung ist verpflichtet, dem Antragssteller den Bauantrag zu genehmigen.
Daher wird Ulrich Schmersow im Ausschuss für Umwelt und Naherholung der Region am 20. April 2010 eine Anfrage an die Verwaltung stellen. Sie soll klären, wie der Ersatz für geschützte Landschaftsbestandteile beim Bau einer solchen Mast-Anlage gewährleistet wird. Auch die zu erwartende Verkehrsbelastung, ist aus Sicht von Bümndnis 90/Die Grünen noch nicht hinreichend geklärt. „Wenn Lkw zum Transport von Schweinen, Futter und Gülle täglich den Mastbetrieb anfahren, dann müssen unter Umständen Feldwege ausgebaut werden“, betont Schmersow.
Die Grünen lehnen zudem Mast-Anlagen dieser Größe aus Tierschutzgründen ab und sprechen sich für naturverträglichere Landwirtschaft aus. Besonders an diesem Standort im Landschaftsschutzgebiet befürchtet der umweltpolitische Sprecher Ulrich Schmersow großes Konfliktpotenzial, unter anderem zwischen Mast-Bauer und Anwohnern. Er erwartet von der Regionsverwaltung, dass sie alle Möglichkeiten nutzt, einen besseren Standort zu finden und das Projekt umweltverträglicher zu gestalten. Darüber hinaus regt er an, dass die Regionsverwaltung die Gemeinde Wennigsen in einem Mediationsverfahren zur Standortsuche unterstützt.