Lokalsport

Ist der TV Jahn derzeit der bessere TSV B?

In der vergangenen Saison besiegte der TSV B (hier Vitalij Scholochow, rechts) den TV Jahn Leveste (Seyit Tuereyen) souverän mit 2:0. Diesmal scheint der Ausgang des Derbys ungewisser. Foto: Bratke

Barsinghausen/Leveste (mh). In der Bezirksliga 4 kommt es an diesem Wochenende zum Aufeinandertreffen zweier Teams, deren Begegnungen gerne als Derbys bezeichnet werden. Am Sonntag um 15 Uhr wird im Barsinghäuser Waldstadion die Partie zwischen dem TSV Barsinghausen und dem TV Jahn Leveste angepfiffen.

Beide Mannschaften haben in dieser Saison bereits für Überraschungen bei ihren Fans gesorgt – die Barsinghäuser eher für negative, die Levester dagegen für positive. Nach vier Spielen bringen es die Deisterstädter nur auf einen Sieg. Der gelang der Elf von Trainer Carlo de Cosmo am vergangenen Wochenende gegen den FC Eldagsen (2:0). Doch ansonsten ist beim TSV B von seiner Spielfreude und Kombinationssicherheit der vergangenen Saison noch nicht viel zu sehen. Am Mühlenteich sind die Jahn-Anhänger dagegen freudig überrascht, dass mit dem Trainerwechsel auch eine Änderung der Spielweise einherging. Das aufgefrischte Levester Team hat von Coach Holger Schwabe die Vorgabe bekommen, Herausforderungen, die in den Jahren zuvor häufig durch den reinen Kampfeswillen angegangen wurden, spielerisch zu lösen. Dies gelingt der Elf um Spielmacher Nabil Habibi derzeit wirklich gut. Ein Sieg und zwei Unentschieden bestätigen dies.

Insbesondere für die Heimmannschaft geht es am Wochenende um viel. Die Deisterstädter wollen auf keinen Fall verlieren. Eine Niederlage würde nach dem Erfolg der vergangenen Woche sicherlich wieder für einige Verunsicherung beim Vizemeister sorgen. Gänzlich ohne Punkte aus dem Derby herauszugehen, ist auch für den TV Jahn keine Alternative. Im Nu wäre die bisher positive Bilanz dahin. Die Levester würden im schlimmsten Fall ins untere Tabellendrittel abrutschen. Dementsprechend ernst wird die bevorstehende Begegnung von beiden Trainern genommen. „Ich hätte lieber vor einigen Wochen gegen Barsinghausen gespielt“, gibt Levestes Holger Schwabe zu. „Jetzt hat sich der TSV gefangen und bereits gegen Tündern (1:1; d. Red.) gezeigt, dass sie das Zeug haben, wieder ganz oben mitzuspielen.“ Schwabe betont jedoch, dass er sich auf das Derby freue, die Stimmung im Team prächtig sei und zumindest ein Punkt für sein Team herausspringen müsse.

Carlo de Cosmo arbeitet noch immer an der unzureichenden Ball- und Passsicherheit seiner Schützlinge. Ein schwacher und unsicherer Gegner wäre ihm in einer solchen Situation sicherlich lieber. Anlass zur Beunruhigung gebe es jedoch nicht: „Die Derbys gegen Leveste waren immer schwer. Jetzt sind sie offensiv noch gefährlicher. Mario Rose ist ein Guter, Karaman hat Übersicht und hält die Bälle, und Gilica ist hinten ballsicher und bei Standards gefährlich. Ich habe allerdings meinen gesamten Kader beisammen.“ Dieser ist seid Kurzem um eine Person erweitert worden. Mit Dennis Blount hat de Cosmo einen Linksfuß von den Preußen aus Hameln dazubekommen, der das Zeug hat, nach dem Abgang von Taro Ferreira die linke Abwehr- und Mittelfeldseite zu verstärken (siehe Artikel unten). Zudem ist Kevin Wegel nach Absitzen seiner Rotsperre wieder einsetzbar, und Thorsten Gräler ist genau wie Maik Kornheim zurück. Refaat Hasso steht nach seiner einwöchigen Auszeit ebenfalls wieder im Kader. Robert Just habe nach seiner Verletzung zuletzt gut trainiert, und wird wohl ebenfalls seine Einsatzzeit bekommen.

Doch auch in Leveste sind mit Rose und Christian Lührig zwei absolute Stammspieler wieder einsatzbereit. Holger Schwabe hat nur einen Ausfall zu beklagen: Bei einem Polizei-Landesauswahltraining hat sich Abwehrspieler Alexander Benne erneut die Schulter ausgekugelt und muss nun unters Messer.

„Wir müssen unsere Probleme in der Staffelung abstellen“, gibt de Cosmo als Anweisung für Sonntag aus. „Wir stehen manchmal noch zu hoch und lassen Konter zu, bei denen wir dann vier gegen vier spielen. Das sollten wir langsam abstellen.“ Während beim TSV Barsinghausen spielerisch noch einiges verbessert werden soll, hofft Holger Schwabe indes, dass seine Jungs ihrer Linie treu bleiben. „Wir wollen kombinieren, clever spielen und lange Bälle als spielerisches Mittel nur dann anwenden, wenn es nötig ist. Mal sehen, ob wir das auch dann hinbekommen, wenn es für uns nicht optimal läuft und wir womöglich zurückliegen.“

Artikel vom 02.09.2010 - 23.00 Uhr Leserbrief schreiben
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