Lokalsport
Ein Zufall führte ihn zu Hannover 96Von Erk Bratke
Niklas Teichgräber hat mittlerweile die Kapitänsbinde bei den Junioren der NFV-Auswahl übernommen. Foto: privat
Barsinghausen. Er ist auf einem richtig guten Weg: Niklas Teichgräber aus Hohenbostel, geboren am 7. Februar 1996, ist für einen U 15-Auswahllehrgang des Deutschen Fußball Bundes (DFB) berufen. Der nominierte Kader trifft sich in der kommenden Woche am 31. August für vier Tage in der Landesschule Bad Blankenburg zur Sichtung. Dabei führte ihn anfangs eher der Zufall auf eine Ebene, die in Sachen „Fußball“ relevant erscheint – nämlich zu Hannover 96.
Rückblick: „Nikis“ Talent war schon früh sichtbar. Beim VSV Hohenbostel führte er seine Jahrgangskameraden in den Mini-Mannschaften zu zahlreichen Siegen. In der F-Jugend gelang mit der Kreismeisterschaft bereits ein erster größerer Titelgewinn. Ein Vereinswechsel zu einem spielstärkeren Club schien die logische Folge zu sein, gestaltete sich aber eher zufällig. Ein Klassenkamerad nahm ihn einfach mal mit zum Nachwuchstraining von Hannover 96. Dort fiel er auf und so spielte Niklas mit elf Jahren in der D-Jugend des Bundesligisten. In der U 13 machte er weiter auf sich aufmerksam, lag er mit dem 96-Leistungszentrum beim EON Avacon-Cup doch ganz vorn. Ein gutes Auge, Spielübersicht, prima Technik sowie mittlerweile auch körperliche Robustheit und Konditionsstärke zeichnen den talentierten Teichgräber aus. Seine variable Einsatzfähigkeit – zum Beispiel links in der Viererkette, im linken Mittelfeld, aber auch in der Innenverteidigung – blieben auch den NFV-Verbandstrainern nicht verborgen, die ihn in die Auswahl des Niedersächsischen Fußball Verbandes beriefen. Dort ist er mittlerweile zum Kapitän aufgestiegen, ebenso wie bei der I. C-Jugend von Hannover 96.
Mit den „Roten“ spielt Teichgräber in der Regionalliga-Nord, höher geht’s in dieser Altersklasse nicht. Zum Saisonstart gelang ein 2:0-Erfolg beim FC St. Pauli. Danach waren die 96er spielfrei. Derartige Pausen nutzt er so oft es zeitlich passt, um seinen jüngeren Bruder Hendrik zu begleiten. Der Zwölfjährige kickt bei Basche United in der I. D-Jugend. Hier gibt der erfahrenere Niklas ab und an einige Tipps, so auch beim jüngsten 6:0-Erfolg der United-Jungs in Goltern. Manchmal lobt er, manchmal schüttelt er den Kopf. Vor allem taktisch gebe es noch einiges zu verbessern, meint er. Dass Talent allein nicht ausreicht, um weiter zu kommen, weiß der Auswahlspieler aus eigener Erfahrung. Einsatz und Engagement müssen ebenfalls stimmen.
Gemeinsam mit 31 Talenten aus dem gesamten Bundesgebiet nimmt Niklas die Herausforderung beim DFB-Juniorenlehrgang an. Einige Tage später folgt ein zweiter Lehrgang für rund 30 weitere Nachwuchskicker des Jahrgangs 1996. Teichgräber ist nicht der einzige Hannoveraner. Ebenfalls nominiert sind Alexander Rehberg, Niklas Ehrcke und Tim Dierßen, der Sohn des ehemaligen Bundesligaprofis Bernd Dierßen. Die U 15-Junioren des Deutschen Fußball Bundes treten noch nicht bei einem offiziellen Wettbewerb an. Bei den Jüngsten im Kreise der DFB-Auswahlmannschaften steht zunächst die Sichtung im Vordergrund. Mit den Lehrgängen verschafft sich Trainer Frank Engel einen ersten Überblick: Wer hat das Talent, später in einer DFB-Auswahl zu spielen. Wo liegen die Stärken des Spielers, wo sind mögliche Schwächen? Zudem machen die Talente bei einigen Länderspielen ihre ersten internationalen Erfahrungen. So stehen im Oktober gleich zwei Begegnungen gegen Polen an.
Wenn es richtig gut läuft, wechselt Niklas Teichgräber dann ein weiteres Mal das Trikot – vom VSV Hohenbostel zu Hannover 96, obendrein NFV und nun vielleicht das DFB-Dress...