Lokalsport

Der Wettergott kann kein Fußballfan sein
Von Erk Bratke

Fußball unmöglich! Der Neuschnee am Freitag ließ den Start am Wochenende kippen. So wurden beispielsweise im Barsinghäuser Waldstadion 15 Zentimeter der weißen Pracht gemessen. Foto: Bratke

Barsinghausen. „Eins hat uns das Wochenende gezeigt: Fußball ist bei den nächsten Olympischen Winterspielen dabei“ – über Gerhard Dellings Scherz in der ARD-Sportschau am Samstag können die Fußballer unserer Region wohl kaum lachen. Nix mit Rasenheizung und auch keine schneeschiebende Fangemeinde wie die Bundesligisten. Und so fiel der Start in die 2. Halbserie der Saison 2009/2010 durch das Come-back des Winters komplett aus.

Dabei war man vielerorts voller Optimismus im Hinblick auf den Neubeginn der Punkterunde. Speziell die Vereine, die über Hartplatz-Spielfelder oder gar Kunstrasen verfügen. Beim TSV Goltern und beim TSV Barsinghausen war alles angerichtet. Definitive Absagen gingen bis Ende der vergangenen Woche lediglich vom SV Weetzen und SV Degersen ein. Dort hatte es im Vorfeld bereits „no go!“ geheißen. Das war allerdings bevor die weiße Pracht am Freitagabend vom Himmel fiel – und auch liegen blieb.

Am Samstagvormittag machte sich beispielsweise Platzwart Klaus Häussler auf den Weg ins Waldstadion. Den Zollstock hatte er spaßeshalber dabei und glaubte es kaum: 15 Zentimeter Neuschnee hatte er gemessen. Spielabsagen für alle TSV-Mannschaften und Teams von Basche United waren die Folge.

Kein Einzelfall, denn am Nachmittag des Samstags informierte die Internetplattform „www.fussball.de“ bereits über den kompletten Ausfall der Begegnungen in den Kreisstaffeln. Am Sonntag war dies dann auch für die Vereine auf Bezirksebene gewiss.

Ein Ende dieser Wetterperiode ist (noch) nicht in Sicht. Es wird eng. Das Nacholspielprogramm wird länger und länger. Englische Wochen – der Begriff wird uns weitreichend begleiten. Und Ostern? Der Doppelspieltag gehört seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil jeder Saison.

Gleichwohl denken die Spielausschüsse im Bezirk und Kreis Hannover noch nicht über eine Saisonverlängerung nach (siehe auch Artikel unten links). Das eventuelle Nachsitzen ist auch gar nicht so einfach, denn vielerorts stehen sofort nach dem regulären Serienschluss Relegationsspiele um Auf- und Abstieg an (DLZ berichtete).

Insgesamt riecht die laufenden Saison nach Wettbewerbsverzerrung. Englische Wochen mit Spieltagen am Sonntag, Dienstag und wieder Sonntag könnten sich erhöhen auf Sonntag-Dienstag-Donnerstag-Sonntag. Mannschaften mit auswärtigen Studenten, Soldaten oder Spätschichtlern wären richtig gekniffen. Und dann mögliche Wochentagspartien wie beispielsweise Twistringen in Holzminden oder Bad Pyrmont oder in Evesen – ein Höllenritt für die jeweiligen Gastmannschaften.

Wann war’s eigentlich das letzte Mal derart eng? Wir erinnern uns, und zwar an den Winter 1987. Lesen Sie unser „Zurückgeblättert“ (rechts „Zum Thema“) und einen DLZ-Artikel aus dem März des gleichen Jahres (unten rechts).

Artikel vom 07.03.2010 - 23.00 Uhr Leserbrief schreiben
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