Lokalsport
Der Spielertrainer leitet den Finalsieg ein Von Mirko Haendel
Bredenbeck. So häufig wie der SV Degersen hat in den vergangenen Jahren bisher noch kein Verein den Wennigser Gemeindepokal gewonnen. Und auch in diesem Jahr gab sich der Kreisligist keine Blöße. In einem über weite Strecken recht unterhaltsamen Endspiel gegen die neue zweite Kraft der Gemeinde, die SG Bredenbeck, siegte der SV Degersen am gestrigen Nachmittag mit 5:2 (3:0).
Vorrunde
Nachdem das Qualifikationsspiel zwischen dem Holtenser SV und dem SV Steinkrug aufgrund von Spielermangel aufseiten der Steinkrüger nicht stattfand, sahen die Zuschauer am Samstagnachmittag das alte „große“ Derby zwischen dem TSV Wennigsen und dem SVD als erste Partie des diesjährigen Turniers. Hart umkämpft wie in den vergangenen Jahren war diese Begegnung dieses Mal jedoch nicht. Zu überlegen agierte die Elf von Spielertrainer Ricardo Diaz-Garcia gegen den Kreisliga-Absteiger der Vorsaison. Dass das Spiel lediglich mit einem 2:0 für den Kreisligisten endete, lag an den Degersern, die zwar spielbestimmend waren, jedoch nur zwei ihrer vielen Chancen nutzten. Pedro Diaz-Garcia (21.) und Mesut Hill (63.) lauteten die Torschützen.
Im zweiten Spiel des Samstags trennten sich die Gastgeber von der SGB vom Holtenser SV deutlich mit 4:0. Michel Franz (9.), Armin Rinker (30./Strafstoß) und Paul Siwak (41.) trafen vor der Pause. Lennart Neuhaus (75.) hieß der Torschütze im 2. Durchgang. Der HSV hatte lediglich eine zwingende Szene. Kurz vor dem Abpfiff bekam das Team aus der 2. Kreisklasse trotz mehrerer Nachschüsse die Kugel jedoch nicht über die Torlinie.
Spiel um Platz 3
Im Spiel um Platz 3 standen sich dann gestern der TSV Wennigsen und der Holtenser SV gegenüber. Die über 300 Zuschauer im Bredenbecker Waldstadion trauten im 1. Abschnitt ihren Augen nicht. Wennigsen war völlig von der Rolle. Das Spiel machte der HSV, der immer wieder mit langen Pässen in die Spitze die konfuse TSV-Abwehr auszuhebeln wusste. Thomas Seker, neuer Trainer bei den Holtensern hätte zufrieden sein können, hätten seine Schützlinge doch nur 50 Prozent ihrer Torchancen genutzt. Doch entweder wurde im entscheidenden Moment der Nebenmann übersehen oder der letzte Pass ließ es an Präzision vermissen. Lediglich mit einer 1:0-Führung – Niholas Engeler (30.) überwand als einziger den überragenden TSV-Schlussmann Soeren Engelking ging es in die Pause. Im 2. Abschnitt spielte dann auch endlich der TSV Wennigsen Fußball. Der HSV agierte längst nicht mehr so druckvoll wie in den ersten 45 Minuten. Immer häufiger stand nun Holtensens Schlussmann im Mittelpunkt des Geschehens. Wennigsens Ersatzkeeper Julian Bosch überwand den gegnerischen Torwart als erstes. Sein Kopfball hüpfte tückisch vom Pfosten zum 1:1 ins Tor. Als Milad Alo kurz darauf zum 2:1 traf, war die Partie gedreht. Holtensen war nun müde, Alo erhöhte auf 3:1 für den TSV. Wenig später musste der Torschütze allerdings mit Gelb-Rot vom Platz. Am Sieg des TSV Wennigsen änderte dies nichts mehr.
Thomas Seker war verständlicherweise mit der Niederlage nicht zufrieden: „Nach der Pause war ein Knick drin. Wir waren physisch und psychisch nicht in der Lage, den Druck aufrecht zu erhalten.“
Endspiel
Nach einer ersten guten Kopfballchance für Bredenbecks Rashid Safa (3.) war Degersen in den ersten 45 Minuten die klar tonangebende Mannschaft. Das Team zeigte sich lauf- und kombinationsfreudig. Die neue 4er-Kette stand sicher, wurde allerdings auch nicht ernsthaft geprüft. In der 11. Minute bewies Ricardo Diaz-Garcia seine Schlitzohrigkeit, als er einen Freistoß direkt verwandelte, bevor Bredenbeck seine Abwehr gestellt hatte. Nach einem Foul an Bruder Pedro Diaz-Garcia verwandelte dieser selbst den folgenden Strafstoß zum 2:0 (22.). Safa traf noch einmal den Pfosten (26.), dann war auf der gegenüberliegenden Seite SV-Neuzugang Hakan Hot zur Stelle – 3:0 (28.).
Der SV Degersen konnte dieses hohe Niveau im 2. Durchgang jedoch nicht aufrechterhalten. Bredenbeck fand besser ins Spiel. Nach einem weiteren Foul und dem zweiten Strafstoß für Degersen hieß es jedoch zunächst 4:0. Marvin Müller (55.) hatte verwandelt. Als jeder glaubte, die Partie sei entschieden, war plötzlich Jan Lösch (70.) zur Stelle, nutzte eine Unaufmerksamkeit in der nach einigen Auswechselungen unsicheren 4er-Kette Degersens zum 1:4. Fünf Minuten später spitzelte Lennart Neuhaus einen Ball sogar zum 2:4 in die Maschen, und die SG hoffte wieder. Diese Hoffnung machte dann allerdings Davin Vormeng zunichte. Der weitere SVD-Neuzugang erzielte das 5:2. Den Schlusspunkt markierte Rashid Safa (87.), der einen Handelfmeter zum 3:5 verwandelte.
„In der 1. Hälfte haben wir gepennt. Mit etwas mehr Cleverness wäre mehr drin gewesen“, glaubte Bredenbecks Trainer Andreas Franz. Sein Trainerkollege Ricardo Diaz-Garcia, der in der 1. Hälfte eine Gelb-Rote Karte riskierte und nach der Pause nicht mehr aufs Feld zurückkehrte, war mit dem Auftritt seiner Schützlinge im 1. Abschnitt zufrieden. „Dann kam von unseren Sechsern aber viel zu wenig – die waren kaputt.“
Insgesamt war es ein typisches Vorbereitungsturnier, bei welchem aber insbesondere der HSV trotz zweier Niederlagen positiv auffiel. Der SV Degersen hat seine Favoritenstellung bestätigt und dürfte in der Form auch in der Liga ein gewichtiges Wörtchen mitreden.