Lokalsport

Bogenschützen pilgern nach Barsinghausen

Kerstin Beckmann (von links) von den Naturfreunden sowie die Organisatoren Klaus Kriesche, Lutz Koschoreck, Rolf Kriesche und Erik Lindemann sind schon gespannt – sie freuen sich auf die erste Deutsche Meisterschaft der Bowhunter in Norddeutschland. Foto: Haendel

Barsinghausen (mh). Den Bogensport kennt jeder sportbegeisterte Mensch von den Olympischen Spielen. Dass es allerdings auch Disziplinen fernab der sterilen Sporthallen und ohne hochgezüchtete Hightech-Bögen gibt, ist nur einer kleinen, wenn auch stetig wachsenden Zahl von Menschen bekannt. Die Barsinghäuser haben demnächst Gelegenheit, den Sport der sogenannten Bowhunter, der Bogenschützen, die zumeist mit traditionellem Gerät in der Natur unterwegs sind, kennenzulernen. Denn vom 24. bis 26. September ist der Deister zwischen Barsinghäuser Naturfreundehaus und ehemaligem Hohenbosteler Sportplatz Austragungsort der offenen Deutschen Meisterschaft der Bowhunter.

Während einer Meisterschaft im Saarland wurde der Wunsch an einige Barsinghäuser Bogenschützen herangetrage, die nächste Meisterschaft auszutragen. Nachdem persönliche Bedenken aus dem Weg geräumt wurden, taten sich Lutz Koschoreck, Klaus Kriesche (beide von den Longbow Turkeys), Bruder Rolf Kriesche und Erik Lindemann zusammen und nahmen die Organisation dieses Großevents in die Hand. Jetzt findet Ende September erstmals in Norddeutschland eine deutsche Bowhunter-Meisterschaft statt, an der 350 Bogenschützen aller Klassen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem deutschsprachigen Ausland teilnehmen. „Wir hatten zunächst Bedenken wegen der Genehmigungen“, gibt Rolf Kriesche zu. Immerhin galt es, mehrere Hektar großes Wettkampfgebiet mitten im Landschaftsschutzgebiet Norddeister zu organisieren. Die Bowhunter schießen nämlich nicht von Schießständen aus auf Scheiben. Sie haben einen großen Parcours zu durchschreiten und zielen von ausgewiesenen Punkten aus auf mitten im Unterholz platzierte „3D-Tiere“. „Es gab überhaupt keine Probleme“, führt Kriesche weiter aus. „Staatsforst und Revierförster Weidner haben sehr positiv reagiert und für das betreffende Wochenende 20 Hektar pächterfreies Gelände zur Verfügung gestellt.“ Zudem haben sich die Naturfreunde Barsinghausen bereit erklärt, den Sportlern Unterkünfte anzubieten. Auf dem Außengelände des Vereins wird nun am 24. September um 19 Uhr die Eröffnungsfeier stattfinden, zu der auch das Publikum eingeladen ist. Dafür hat Regionspräsident Hauke Jagau sein Kommen angekündigt. Am Samstag, 25. September wird Bürgermeister Walter Zieseniß das Turnier eröffnen. Die Kanoniere des Bergmannsvereins Glück Auf geben anschließend mit ihrer Kanone, der „Kleinen Barbara“, den Startschuss für die Meisterschaft.

Anschließend wird es ernst für die Schützen. Der circa sechs Kilometer lange Parcours (Naturfreundehaus – Walhalla – ehemaliger Hohenbosteler Sportplatz) hat insgesamt 28 Ziele. In Sechsergruppen werden diese Ziele abgeschritten. Hat eine Gruppe ihre jeweils zwei Schüsse pro Person abgegeben, geht es weiter zum nächsten Ziel und die zweite Gruppe rückt nach. Am Samstag finden zunächst die Qualifikationsschießen statt, am Sonntag geht es dann ins Ranking.

Besucher des Deisters brauchen sich keine Sorgen zu machen, von verirrten Pfeilen getroffen zu werden. Die Hauptwanderwege sind nicht betroffen, einige kleine Wege werden gesperrt. An wichtigen Punkten werden Info-Tafeln angebracht.

Artikel vom 27.08.2010 - 23.00 Uhr Leserbrief schreiben
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