Wennigsen
Zwölf Millionen fehlen in der Kasse Wennigsen (mi). Wenn am morgigen Donnerstag der Gemeindehaushalt für das Jahr 2010 verabschiedet werden soll, werden sicherlich noch einige Änderungen vorgenommen. Das wird aber nichts Wesentliches an dem völlig desolaten Zustand des Haushalts ändern.
Der Ausschuss für Wirtschaft, Haushalt und Finanzen ließ sich am Montagabend nur noch die Veränderungen von Bürgermeister Christoph Meineke und seinem Kämmerer, Michael Beermann, erläutern.
Im Verwaltungshaushalt stehen Einnahmen von 19,071 Millionen Euro Ausgaben von 31,326 Millionen Euro gegenüber. Rund 12,2 Millionen Euro wird der Fehlbetrag in diesem Haushaltsjahr sein.
Doch es kommt noch dramatischer, wenn die Prognosen eintreffen, dass der Fehlbedarf in 2011 auf 16,6, in 2012 auf 21,2 und in 2013 auf 25,9 Millionen Euro hochschnellen soll.
Der Vermögenshaushalt ist mit drei Millionen Euro ausgeglichen. Allerdings sieht der Haushalt insgesamt eine Kreditaufnahme von 1,8 Millionen Euro vor.
Dicke Brocken sind im Verwaltungshaushalt zu verkraften. So soll allein die Einkommenssteuer 837 000 Euro weniger betragen und die Schlüsselzuweisungen um 422 000 Euro geringer ausfallen. Die Regionsumlage soll rund eine halbe Millionen Euro weniger betragen.
1,38 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr durch Haushaltssperre und sparsame Haushaltsführung weniger ausgegeben. Mit 100 000 Euro rechnet die Verwaltung für die Beseitigung von Straßenschäden durch den strengen Winter. Im Vermögenshaushalt sind die Ausgaben erheblich gestiegen. Für das Feuerwehrgerätehaus sind nunmehr 780 000 Euro mehr vorgesehen, sodass mit Baukosten von rund 2,3 Millionen Euro gerechnet wird. In der Kläranlage wurden nach einer genaueren Untersuchung umfangreiche Schäden festgestellt, die 80000 Euro in einem ersten Schritt erfordern. Immer noch nicht geklärt ist, ob die Kläranlage für 700 000 Euro erweitert wird oder ob ein Teil des Wennigser Abwassers in die Kläranlage nach Barsinghausen gepumpt werden soll. Für Ende April/Anfang Mai kündigte Bürgermeister Meineke eine Sondersitzung des Rates dazu an. Der Fachausschuss hatte am Montagabend nur noch die Möglichkeit, die Erläuterungen zur Vorlage zur Kenntnis zu nehmen.