Barsinghausen
Zwergenburg ist dem TSV Kirchdorf zu teuerKirchdorf (sr). Die Zwergenburg holt die „Zugbrücke“ ein und macht die Tore dicht. Der Spielkreis des TSV Kirchdorf wird geschlossen, und zwar bereits zum 31. Juli dieses Jahres.
Horst Fabisch, Vorsitzender des TSV Kirchdorf, bestätigte gestern im Gespräch mit der Deister-Leine-Zeitung das Aus der Einrichtung und begründete diesen Schritt mit der immer geringer werdenden Nachfrage. „Im vergangenen Jahr gab es bis zum Juli nur zwölf Anmeldungen.“ Um den Betrieb kostendeckend laufen zu lassen, müssten es kontinuierlich 20 Kinder sein, die die Betreuung im Spielkreis in Anspruch nehmen.
„Der Verein hat im vergangenen Jahr einen Zuschuss zu den Kosten in Höhe von 7 000 Euro zahlen müssen“, betonte Fabisch. Auf Dauer könne das der TSV als Träger des vereinseigenen Sparte „Zwergenburg“ nicht leisten. Das sei den Mitgliedern des Sportvereins gegenüber nicht zu vertreten, sagte der Vereinsvorsitzende.
Zurzeit werden 18 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von den beiden Erzieherinnen Heidi Weinert und Claudia Ehlers betreut. Geöffnet ist der Spielkreis im Sportheim des TSV Kirchdorf montags, dienstags, mittwochs und freitags, jeweils von 8.30 bis 12.30 Uhr. Die Eltern sind von der bevorstehenden Schließung überrascht worden. „Wir sind davon ausgegangen, dass die Zwergenburg mit in das neue Sportheim am Schulzentrum umziehen wird“, berichteten die Spielkreis-Eltern Dörte und Björn Fleck.
Diese Überlegung sei vom Tisch, räumte Fabisch ein. Rund 30 000 Euro müssten für neue Spielkreis-Räume Am Spalterhals investiert werden. Dort baut der TSV Kirchdorf derzeit sein neues Sportgelände aus. Das Sportheim und der Sportplatz in Kirchdorf werden aufgegeben.
„Wenn ausreichend Anmeldungen vorhanden wären, hätten wir die Zwergenburg gern weiter betrieben“, sagte der TSV-Chef. Befürchtet wurde seitens des TSV-Vorstandes zudem, dass es durch den Kindergarten an der Astrid-Lindgren-Schule künftig keinen Bedarf mehr an Spielkreisplätzen gebe. Die Hoffnung, dass Kinder aus Egestorf nach der Schließung des dortigen Spielkreises nach Kirchdorf kommen würden, habe sich ebenfalls nicht erfüllt, so Fabisch.
Spielkreis-Eltern wollen nun versuchen, die Einrichtung zu retten. „Die Kinder werden gezielt gefördert. Man kümmert sich auch beim Basteln um jedes Kind, sodass die Arbeit von jedem Kind mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen wird. So also, wie man es sich wünscht“, heben Dörte und Björn Fleck hervor.
Ein Fortführen der Arbeit sei vielleicht mithilfe Hilfe von außen oder in Kooperation mit anderen Gruppen möglich, hoffen die Eltern. „Hier sind wir offen für Ideen oder Gespräche“, so Björn Fleck.