Barsinghausen

„Musterbushaltestellen“ bieten viel Platz an

Barsinghausen (mc). Die ersten beiden Bushaltestellen, die in den vergangenen Wochen nach dem Konzept der Behindertenbeauftragten der Stadt Barsinghausen ausgebaut wurden, sind gestern der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Diese „Musterbushaltestellen“ bieten mehr Platz als herkömmliche Haltestellen. Weitere Umbauten sollen folgen

An der Ecke Rehrbrinkstraße/Berliner Straße sind zwei Bushaltestellen nach einem ganz neuen Konzept behindertengerecht umgebaut worden. Der Arbeitskreis „Barrierefreies Bussystem“ hatte diverse Vorschläge unterbreitet, die ergänzt und berücksichtigt wurden. So wurde ein so genanntes „Hochboard“ eingerichtet: Der Bus kippt leicht zur Seite, damit der Einstieg höhengleich mit dem Bürgersteig abschließt und die Fahrgäste leichter eintreten können.

„Diese Buskappsteine sind mit einer geschliffenen Oberfläche versehen und sollen verhindern, dass der Bus beim anhalten aufsteigt“, sagte der Fachdienstleiter für Tiefbau und Verkehr der Stadt Barsinghausen, Michael Dettmann.

„Besonders für Menschen mit Rollstühlen, aber auch für Rollatoren und Kinderwagen sind die Steine eine wahre Erleichterung“, ergänzte Birk Frerichs, Behindertenbeauftragter der Stadt Barsinghausen.

Außerdem warnen „Taktile Elemente“ sehbehinderte Menschen davor, auf die Fahrbahn zu geraten, eine farbliche Abgrenzung von Haltestelle und Radfahrweg ist ebenfalls berücksichtigt worden. Der Fahrradweg, der stadtauswärts führt, wurde zudem extra hinter das Wartehäuschen gelegt, damit es zu keinen Unfällen mit den wartenden Fahrgästen kommen kann.

Am Haltestellenschild gibt es einen weißen Strich, der den Einstieg in den Bus anzeigen soll und die Busfahrer sind angewiesen worden, an dieser Markierung zu halten, etwa so wie im Zugverkehr in einem Bahnhof.

Vor drei Wochen wurden die Arbeiten an den Gehwegen und dem Fahrradweg abgeschlossen. Die Maßnahme kostete laut Michael Dettmann rund 45 000 Euro, von denen die Stadt ein Viertel selbst trägt. 75 Prozent werden aus Fördergeldern der Landesverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen bezahlt.

Im vergangenen Jahr wurden die Gelder im Rahmen des Konjunkturpaketes beantragt. Es sollen noch neun weitere Haltestellen im Laufe des kommenden Jahres dazukommen: In Goltern am Friedhof, in der Wilhelm-Hess-Straße/Ecke Rehrbrinkstraße, an der Hannoverschen Straße in Höhe der Tankstelle und an der Stoppstraße, in Höhe des Kirchdorfer Bahnhofs.„Außerdem ist als nächstes geplant, eine Schleife an der KGS-Goetheschule einzurichten“, sagte Dettmann. Birk Frerichs bedankte sich bei allen „helfenden Händen“, die zur schnellen Realisierung des Projektes beigetragen hätten sowie bei allen Vertretern der Vereine und Gruppen. Das Barsinghäuser Modellprojekt hat übrigens schon Schule gemacht: Auch in Pattensen wird derzeit ein Konzept erstellt, um solche Haltestellen zu realisieren.

Artikel vom 07.09.2010 - 20.24 Uhr Leserbrief schreiben
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