Barsinghausen

Modellbauer gehen freiwillig in die Luft und tauchen ab

Arnd Riechers vom Schiffsmodellbauclub Barsinghausen manövriert den rund 80 Kilogramm schweren Fischtrawler am Beckenrand entlang. Da können Tim und Florian Krenzgen (rechts) nur staunen.

Groß Goltern (kad). Zu Lande, zu Wasser und in der Luft – so oder so ähnlich lautete gestern das Motto beim Modellbautag im Freibad Goltern. Für die Besucher gab’s funkferngesteuerte Helikopter, Flugzeuge, Lastwagen, Autos und Schiffe zu sehen. Viel Aufmerksamkeit zogen vor allem die zahlreichen U-Boote auf sich, die sich fast lautlos in den beiden Becken des Freibades bewegten. Besonderer Hingucker war der Delfin von Bianca Wojke aus Hannover. Mit genügend Anlauf sprang dieses Modell sogar aus dem Wasser.

Bianca Wojke konnte sich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit beklagen. Ständig war die junge Hannoveranerin umlagert. Das lag wohl vor allem an ihren ferngesteuerten U-Booten. Die unterscheiden sich in erster Linie darin, in welcher Art und Weise sie tauchen. Wenn der Tauchvorgang durch Ruder eingeleitet wird, die das Boot durch Strömung unter Wasser drücken, spreche man vom „dynamischen Tauchen“, informierte Bianca Wojke. Andere Modelle wiederum verfügen über Tanks, die durch eine kleine Pumpe geflutet werden – dabei handelt es sich um statisches Tauchen.

Geradezu verspielt sah es aus, wenn Marius Wehmeier mit seinem rund 350 Gramm leichten Wasserflugzeug Runden über dem Becken drehte. Der 20-Jährige ist seit seinem sechsten Lebensjahr Modellbauer. Das Hobby wurde ihm quasi in die Wiege gelegt – Vater Friedel nahm ihn schon als kleines Kind mit zum Flugplatz in Egestorf. Angetrieben wird sein Leichtflugzeug von einem CD-Rom-Motor.

Das mit Abstand schwerste Modell war der Fischtrawler „Fishermans Friend“. Stolze 80 Kilogramm wiegt das gute Stück, das der Schiffsmodellbauclub Barsinghausen 1998 vom Stapel ließ. Arnd Riechers und Matthias Bamberg haben den Koloss wieder aufgebaut. Als Energielieferant dienen drei bis vier Autobatterien. Der Clou des detailgetreuen Modells: Ein eingebautes Computermodul sorgt für satten Dieselmotor-Sound oder wahlweise eine Strandatmosphäre inklusive obligatorischer Möwenschreie.

Artikel vom 05.09.2010 - 23.00 Uhr Leserbrief schreiben
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