Karsten Weiß (links) und Bernd Motzik sichern die Glocke auf dem Anhänger. Foto: Richter
Hohenbostel (bri). Die älteste der drei Glocken im Turm der Thomaskirche wird repariert. Gestern Vormittag hoben Mitarbeiter einer Spezialfirma die Glocke mithilfe eines großen Krans aus dem Fenster des Turms. Die Reparaturkosten belaufen sich auf rund 12000 Euro.
Um die 450 Kilogramm schwere Glocke sicher zum Boden zu transportieren, hatte die Firma HEW aus Herford einen großen Kran auf dem Parkplatz vor der Kirche aufgebaut. Bereits am Montag hatten die Mitarbeiter Bernd Motzik und Karsten Weiß die Glocke abgenommen und auf dicken Holzbalken am Fenster positioniert. Per Funk dirigierten sie den Kranführer und befestigten die Glocke an den dicken Drahtseilen, an denen sie sicher zu Boden schwebte.
Mit einer Spedition wird sie nun nach Nördlingen im Schwarzwald gebracht, wo sie bei der Fachfirma Lachenmeyer aufgearbeitet wird. Die aus dem Jahr 1663 stammende Glocke ist durch das jahrhundertelange Aufschlagen des Klöppels an den Wänden so weit abgenutzt, dass Schäden wie Sprünge oder Risse befürchtet wurden. In den kommenden Wochen wird sie eine neue Legierung erhalten.
„Bereits 2007 im Rahmen der 990-Jahr-Feier wurde das freiwillige Kirchgeld für die Reparatur der Glocke gesammelt“, sagte Hans-Jürgen Back vom Kirchenvorstand. Damals waren 4409 Euro zusammengekommen. Durch eine weitere Sammlung und viele Einzelspenden hat die Gemeinde die Reparaturkosten von etwa 12 000 Euro inzwischen fast komplett aufgebraucht. In rund sechs Wochen soll die Glocke wieder an ihren Platz kommen und als kleinste der drei Glocken im Vollgeläut für den hellsten Klang sorgen.