Barsinghausen

Hundebesitzer sollen die Schulbank drücken

Barsinghausen (mf/mc). Auf Hundebesitzer kommt einiges zu. Dazu zählt unter anderem ein „Hundeführerschein“. Mehrere Verschärfungen beinhaltet der Entwurf für ein neues Hundegesetz, den das Landwirtschaftsministerium in Hannover nach langem Hin und Her fertiggestellt hat. Der Gesetzesentwurf stößt zwar auf breite Zustimmung, geht aber Hundehaltern aus Barsinghausen noch nicht weit genug.

Das gilt insbesondere für den sogenannten Sachkundenachweis, den Hundebesitzer künftig nachweisen müssen. Wer noch keine Erfahrung im Halten von Hunden vorweisen kann, muss mindestens zwei Tage eine Hundeschule besuchen.

„Das hat absolut Sinn“, meint Michael Noll, der Mitglied im Polizei-Hundesportverein Kirchdorf ist. „Der Sachkundenachweis ist zwar eine gute und sinnvolle Sache, reicht aber eigentlich nicht ganz aus. Wer kontrolliert denn das Ganze überhaupt“, fragt sich Noll.

Normalerweise müsse der Hundehalter, bevor er sich einen Hund zulegt, diesen Nachweis erbringen. „So ähnlich wie bei einer Führerscheinprüfung, da mache ich auch erst den theoretischen und praktischen Teil, bevor ich losfahren darf.“

Noll geht noch weiter: Jeder Halter solle etwa 15 Monate nach dem Kauf eines Tieres eine Begleithundeprüfung ablegen, „damit Hund und Hundeführer einen Nachweis erbracht haben.“ Peter Jülke, Leiter des städtischen Fachdienstes für Ordnung und Gefahrenabwehr, begrüßt unter anderem den Sachkundenachweis. Er weist aber darauf hin, „dass die Zuständigkeit bei der Regionsverwaltung liegt, das wird nicht Aufgabe der Stadt sein“.

Der Gesetzesentwurf sieht auch vor, dass allen Hunden ein elektronischer Chip unters Fell eingesetzt werden soll. „Bei uns im Verein ist das schon lange so. Alle vernünftigen Halter lassen ihren Hund chippen.“

Als ein „Muss“ für alle Hundebesitzer bezeichnet Noll auch, dass laut Gesetz in Zukunft eine Haftpflichtversicherung für jeden Hund vorgeschrieben werden soll. Schnell könne etwas passieren, wenn sich das Tier zum Beispiel einfach losreißen würde. „Auch das ist bei uns im Verein bereits Pflicht“, betont Noll.

Artikel vom 29.07.2010 - 23.30 Uhr Leserbrief schreiben
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