Barsinghausen
Die Kollegen werden Ernst Paulsen fehlen Barsinghausen (sfr). Ernst Paulsen geht in die Luft. Auch wenn dies seinem Naturell offenbar nicht entspricht – schließlich lobte Bürgermeister Walter Zieseniß die diplomatische Gesprächskultur des langjährigen Leiters des Fachbereichs II bei dessen gestriger Verabschiedung in die aktive Phase der Altersteilzeit.
Doch Ernst Paulsen geht trotzdem in die Luft – seine Kollegen im Fachbereich überreichten ihm gestern einen Gutschein für eine Ballonfahrt. „Davon habe ich schon immer geschwärmt“, freute sich der 62-Jährige über die gelungene Überraschung.
Er hörte herzliche Abschiedsworte, die von vielen humorvollen Erinnerungen gespickt waren. Er sei ein guter Chef gewesen, erklärte Axel Heyerhorst im Namen der Mitarbeiter. „Ernst Paulsen war immer ansprechbar, er hat die Freiräume gegeben, die wir brauchten, und war trotzdem eine Autoritätsperson. Die Arbeit hat davon profitiert, wir sind ein gutes Team“, sagte Heyerhorst. Er wünschte dem Ruheständler Gesundheit und dass er sich seine Fröhlichkeit erhält.
Roland John hob als Vertreter des Personalrats die Kollegialität Paulsens hervor. „Er hat sich für seine Leute eingesetzt“, erklärte er.
Dass die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger von der Arbeit Paulsens profitiert haben, betonte Bürgermeister Walter Zieseniß. „Er ist der Inbegriff des loyalen Mitarbeiters der Stadtverwaltung und hat die Interessen der Bürger und Bürgerinnen vertreten“, meinte er und überreichte als besondere Erinnerung an Paulsens Dienstzeit in Barsinghausen dessen Bürostuhl – übernommen hatte er diesen Sitz 1980 vom früheren Stadtdirektor Hille.
32 Jahre im Dienst der Stadt seien wie im Flug vergangen, erklärte Ernst Paulsen. „Ihr werdet mir fehlen. Es war eine schöne Zeit“, sagte er den versammelten Kolleginnen und Kollegen. Die Arbeitsfreude habe überwiegt, auch wenn es wie in jedem Beruf auch mal Ärger gab. „In diesem Fachbereich, der mit freiwilligen Aufgaben einer Stadt befasst ist, lässt sich noch einiges bewirken, auch wenn die Kassen immer knapp sind. Mit langem Atem und nach vielen Diskussionen konnte vieles realisieren werden“, meinte er rückblickend. Das wichtigste Gut seien die Mitarbeiter, deshalb sei es notwendig, dass sie in Reformen eingebunden werden. „Wir haben das gut geschafft im Fachbereich“, dankte er den Kollegen. Er fühle sich mittlerweile mit Barsinghausen als Heimat verbunden und werde hier bleiben, meinte der Kirchdorfer, auch wenn es ihn immer wieder an die See ziehen werde.
Seine erste berufliche Station war 1965 Marne in Schleswig-Holstein. Später folgen das Amt Pellworm, die Stadt Hannover und ab 1978 die Stadt Barsinghausen. In den ersten Jahren arbeitete er im Liegenschaftsamt, später im Büro des Rates, im Bauverwaltungsamt und als Leiter des Schul- und Kulturamts. Der Stadtamtmann war zuletzt Leiter des Fachbereichs II, Bildung, Jugend und Freizeit.