Barsinghausen
Das Mahle-Werk wird geschlossenBarsinghausen (sr). Das Mahle-Werk wird geschlossen. Betroffen sind 57 Beschäftigte, sie verlieren Ende 2012 ihre Arbeitsplätze. „Auf der einen Seite sind frühzeitig Sicherheitsleinen gespannt worden“, sagte Ingo Arlt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, gestern. Aber der Verlust der Arbeitsplätze sei ein Drama.
Nach einer dritten Verhandlungsrunde unter Beteiligung der IG Metall und dem Verband der Metallindustriellen Niedersachsens (VMN) ist es gelungen, Regelungen über einen Sozialplan und Interessensausgleich zu treffen. Helmut Hogrefe, Betriebsratsvorsitzender von Mahle Barsinghausen, sagte gestern: „Mit dem Verzicht auf die Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft und der deutlichen Erhöhung des Grundbetrages bei der Abfindung konnten wir ein akzeptables Ergebnis erreichen.“
Die IG-Metall-Sekretäre Pia Pachauer und Ingo Arlt begrüßen das Umschwenken der Arbeitgeberseite. So ist Mahle dem regionalen Verbund von Betrieben beigetreten, die sich gegenseitig bei Bedarf Arbeitskräfte auf dem Tarifniveau der Metallindustrie ausleihen. Dabei verbleiben die Arbeitnehmer vertraglich in ihrem Betrieb und erhalten weiterhin ihr komplettes Entgelt. In Betrieben mit niedriger Auslastung können so Kurzarbeit und auch Entgeltkosten reduziert werden. Betriebe mit hoher Auslastung profitieren durch qualifiziertes Personal und durch die Vermeidung von Leiharbeit. Auch TRW ist mittlerweile diesem Verbund beigetreten.
„Die Beschäftigten können, müssen aber nicht in Betrieben des Verbundes arbeiten“, erläuterte Arlt. Dadurch biete sich für die Mahle-Beschäftigten aber auch die Chance, sich in einem anderen Betrieb zu „zeigen“.
Für die Arbeitgeberseite sagte der zuständige Personalleiter Michael Krämer: „Die von uns vorgeschlagene Produktions- und Dienstleistungsgesellschaft hatte das Ziel, durch Vermittlungsunterstützung und Qualifikation Beschäftigte in neue Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Das gleiche Ziel verfolgt der Tarifvertrag ,Arbeitnehmerüberlassung‘ vom 16. August 2010, deshalb war es für uns keine Frage, als Alternative dem regionalen Verbund von Betrieben beizutreten.“ 2008 wurde ein Standortsicherungstarifvertrag abgeschlossen, der die Beschäftigten vor betriebsbedingten Kündigungen schützt. Die Firmenleitung nahm damals an, den Standort Barsinghausen weiterführen zu können. „Diese Hoffnung hat sich leider nicht realisiert“, so Krämer.
Bei Mahle laufen derzeit die Vorbereitungen, den Produktionsbereich Rennsport nach Portugal zu verlagern. Die Beschäftigten werden dann im zweiten Produktbereich, dem U-Flex-Ring-Bereich, eingesetzt. Bis Ende 2012 bleiben die Mitarbeiter bei Mahle, daran schließt sich noch eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft an.