Kultur

Wie Walter Gropius die japanische Form entdeckte
Von Klaus Zimmer

Schöner Wohnen in Japan.

Hannover. Beim Zwiegespräch mit der Baukunst Japans versetzt man sich immer noch in das Bild eines dieser wunderbaren Teehäuser. Man denkt an Bambus, an Wände aus Reispapier und herrliche Rollbilder auf Seide. Ähnlich erging es wohl dem Architekten Bruno Taut, als er 1934 in Kyoto vor der Katsura-Villa aus dem 17. Jahrhundert stand, ergriffen angesichts der Schönheit dieser schlichten Formen. So lange hatte es gedauert, bis das westliche Auge, vom exotischen Japonismus geblendet, die eigenwillige Bauweise des fernöstlichen Landes entdeckte. Auch Le Corbusier und Walter Gropius mussten in Japan wiedererkennen, was sie als revolutionäre Erfindungen des neuen „Internationalen Stils“ gepriesen hatten.

Im Laveshaus können sich Interessenten von der zeitgenössischen Architektur Japans ein Bild machen. Die Wanderausstellung der Japan Foundation mit der Architektenkammer Niedersachsen bildet den Auftakt für das Jubiläumsjahr „150 Jahre Japan-Deutschland“. Zu sehen sind 80 Fotodokumente der japanischen Region Kumamoto, einer im Süden Japans auf der Insel Kyushu gelegenen Präfektur, wo das bisher einzigartige Projekt verwirklicht wurde.

Die Internationale Bauausstellung 1987 in Berlin hatte den Gouverneur Hosokawa und den renommierten Architekten Isozaki Arata so beeindruckt, dass sie nach eigenen Wegen suchten – mit dem Ziel, die Landschaft Kumamotos nach neuesten Erkenntnissen baulich zu gestalten. So entstand auf der Insel zwischen 1998 und 2008 ein Experimentierfeld modernster Architektur, mit der Errichtung kultureller Einrichtungen, mit Kunstmuseen, Bibliotheken, Schulen und Wohnhäusern.

Mit der Einbeziehung der Bevölkerung bei Entscheidungen, mit Berücksichtigung junger Talente, gingen die Verantwortlichen eigenwillige Wege, die sich bald bewährten.

„Kumamoto Artpolis“, im Laveshaus, Friedrichswall 5, bis 2. September, Montag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, Freitag von 10 bis 12 Uhr, Tel: 05 11/ 280 96-0.

Artikel vom 25.08.2010 - 15.47 Uhr Leserbrief schreiben
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