Kultur

Einfallsreiches Spiel
Von Julia Marre
Hameln. Wo der Mississippi fließt? Na klar, mitten durchs Theater. Dort nämlich zeigte das Figurentheater Filou Fox aus Hannover nun seine wundervolle Interpretation der Abenteuergeschichte um Tom Sawyer und Huckleberry Finn – frei nach Mark Twain. Bevor es losgeht, befreien sich die Puppenspieler Christian Kruse und Achim Fuchs aus einer selbst erdachten Rahmenhandlung. Sie berichten vom verspätet eintrudelnden Dampfer, weil sich ein Krokodil in dessen Rad verfing. Setzen sich an den Bootssteg neben ihr Gepäck und seufzen: „Das kann ja lustig werden.“ Oh ja, das wird es. weiter

Kultur

Frisch und vielseitig
Von Thomas Herms
Hannover. Als Frühlingsüberraschung dem bekannten Programm vorangesetzt, eröffnete das Vogler Quartett sein Konzert bei der Kammermusikgemeinde mit Dvoráks „Zypressen“. Kurz und knapp, dabei voller Lyrik, den Schnee vor dem Konzertsaal hinwegschmelzend. weiter

Kultur

Heißes Herz, kühler Kopf – der Pianist beherrscht alle Zwischentöne
Von Karla Langehein
Hannover. Zwei Werke in freundlichem Fis-Dur rahmten das Programm, dessen Kern von den Molltonarten der beiden großen Sonaten und des Scherzos op. 31,2 dominiert wurde. Ein Programmzuschnitt, mit dem Krystian Zimerman schon im Ansatz das verbreitet einseitige Chopin-Bild verwischte und seine Sonderstellung unter den Pianisten unserer Zeit unterstrich. Weit entfernt vom Glamour jener gefeierten austauschbaren Tastenlöwen, die sich merkwürdig ähneln, ist Zimerman auf Tasten und Pedal zwar nicht immer so unfehlbar wie sie, aber unverwechselbar und eine Interpretenpersönlichkeit von seltener Größe. Sein Blick führt hinter die Noten in das Innere eines Werkes und zu dessen vielseitigen und vieldeutigen Facetten, mit deren Mixtur aus Eleganz und Schmerzlichkeit Chopin zeitweilig an Schubert erinnert. Da wirkt unter den Händen des polnischen Pianisten das vermeintlich unbeschwerte Fis-Dur des Nocturnes plötzlich brüchig, und in Abschnitten der Barcarolle grummelt in der linken Hand die Grundierung, als befände sich das Boot auf hoher See. weiter

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Rintelner Literatursalon am Wochenende Rinteln. „Die anonymen Literaten“ heißt die 2005 gegründete Autorengruppe. Für Samstag, 13. März, um 20 Uhr und Sonntag, 14. März, um 17 Uhr lädt die Künstlerin Annette Pflug-Herdrich zum 1. Rintelner Literatursalon ein, der die Identität dieser Schriftsteller lüften wird. An der Dankerser Straße 1 lesen die Autoren Lyrik, Kurzgeschichten und Romanauszüge. Dazu präsentiert die Sängerin romantische Intermezzi am Steinwayflügel. Tickets unter 0 57 51/ 91 81 29. weiter

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Psychologisch raffiniertes Spiel im Theater Hameln. Am Donnerstag, 11. März, zeigt das Landestheater Detmold in Hameln „Die Zofen“. Die Tragödie von Jean Genet – um 20 Uhr im TAB des Theaters – ist eine Parabel über Macht und Faszination, die bei der Uraufführung 1947 einen Skandal auslöste. weiter

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Geschichten von Martin Suter werden gelesen Hameln. Morgen findet die dritte Literarische Stunde der Bibliotheksgesellschaft in der Stadtbücherei (Pfortmühle) statt. Annemarie Müller-Steinbrecher liest ab 10.15 Uhr Geschichten aus Martin Suters „Business Class“. Der Eintritt ist frei. weiter

Kultur

Wenn das Showbiz auf die Verkündigung trifft
Von Ernst August Wolf
Hameln. Bei manchen Konzerten steht nicht die Feinheit des Klanges, sondern das emotionale Gesamterlebnis im Vordergrund. So auch beim Gastspiel der New York Gospel Stars im Münster. Ein Jahr lang hatte das von Ruth Hegemann geleitete Kirchenmusik-Team sich um die von Bochum aus quer durch Deutschland tourende Gruppe bemüht. Mit Erfolg. weiter

Kultur

Musik zum Zuschauen
Von Karla Langehein
Hameln Wie spannend und bedeutungsvoll Pausen sein können und das beileibe nicht nur in der Schule, sondern auch in Beethovens Musik – das konnte erfahren, wer am Freitagvormittag an der Exkursion durch seine fünfte Sinfonie teilnahm. Es gehört zu den erfreulichen Neuerungen im Hamelner Theater-Spielplan, dieses nun erstmals über die Bühne gegangene Jugendkonzert mit dem Staatsorchester Braunschweig (dessen Soloklarinettist übrigens einst in Hameln die Schiller-Schulbank drückte) und seinem Dirigenten Sebastian Beckedorf. Musik zum Zuschauen statt aus der Retorte. Und dazu Martin Weller als Moderator, der ebenso unterhaltsam wie informativ durch eines der wichtigsten orchestralen Werke der Klassik führte. weiter

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Motto: Drei Akkorde und eine Lüge
Von Martin Jedicke
Hameln. „Herrje, der liebe Schnee!“ Boppin’B nehmen es mit Humor, aber nicht zum ersten Mal habe ihnen in diesem Winter die weiße Pracht Zuschauer gekostet. Die über hundert, die am Freitagabend in die Sumpfblume gekommen sind, werden dort zur Belohnung schnell aufgewärmt. Nicht etwa, dass die Heizung noch Beach-Wochen-Temperaturen ausstrahle – die Band aus Süddeutschland animiert mit ihrer schweißtreibenden Rockabilly-Show zum Tanzen, Klatschen und Singen. Kompakter als die Anheizer, The 4 Rivets, die die Menschen nur mühsam näher an die Bühne bekommen, bieten Boppin’B eine gelungene Mixtur aus Rock’n’Roll, Country und eben Rockabilly, vor allem aber eine unterhaltsame Show. Immer wieder bilden sie Pyramiden: Frank Seefeldt spielt ein Saxofonsolo, auf den Oberschenkeln des Gitarristen Golo Sturm und des Sängers Michael Treska stehend. Didi Beck, der seinen wuchtigen Standbass auch gern einmal auf den Schultern durch den Saal trägt, stellt sein Instrument als Trittleiter zur Verfügung. Dazu coole Gesten, nicht immer ganz so scharfe Pointen in den Anmoderationen. weiter

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Mit furiosen Soli und Ensembles
Von Richard Peter
Hameln. Zuletzt: stehende Ovationen für „Tapeando“ – Wort-Mix aus Tap für Stepp in Englisch und dem spanischen „tapear“ für von einer Bar zur anderen ziehen – das am Samstagabend die Hamelner im proppenvollen Theater restlos begeisterte. Bewunderung für eine virtuose Show – und „Tap Olé“ ähnlich faszinierend, wenn auch riskanter Vergleich, wie die Koloraturarie einer Königin der Nacht. Nur statt gesungen – getanzt. weiter

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Wieder grandios getanzte Liebesszenen
Von Richard Peter
Hannover. Reizvoll – aber sicher! Und ebenso sicher: Nicht unbedingt die ideale Vorlage für ein Ballett, dieser berühmt-berüchtigte Briefroman des Choderlos de Laclos mit seinen „Gefährlichen Liebschaften“. Ein teuflisches Spiel um Macht und Verführung um der Verführung willen. Ein zynisches dazu. Denn die Marquise de Merteuil ist stocksauer auf ihren Ex-Liebhaber. Und ebenfalls ein Ex, Vicomte de Valmont, soll ihr helfen, die Braut des Ex-Ex noch vor der Hochzeit zu entjungfern. Cécile wird sein Opfer. Parallel dazu soll er die tugendhafte de Tourvel erobern. Der Preis: Die Marquise selbst. weiter

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Streckenweise nur vor sich hingedümpelt
Von Andrea Gerstenberg
Hameln. Geld, Macht, Liebe, dazu eine Prise skurriler englischer Humor und natürlich gruselige Spannung, daraus strickte seinerzeit Edgar Wallace seine Klassiker. Der Inszenierung des Stückes „Der schwarze Abt“, mit dem Imperial Theater Hamburg im Hamelner Theater, fehlten am Donnerstagabend leider das Gruselige und auch ein wenig die Spannung. Nun ist es zugegebener Weise schwer, so eine grandios passende Kulisse, wie seinerzeit Schloss Hastenbeck für die Verfilmung „Der unheimliche Mönch“ auf die Bühne zu bringen, aber das glich Regisseur Frank Thannhäuser mit dem Überraschungseffekt im zweiten Akt, wo ein komplettes Bühnenbild hinter der Kulisse des Salons zum Vorschein kam, reizvoll aus. Dass nicht so recht fesselnde Spannung aufkam, war da schon schmerzlicher. Das Stück dümpelte streckenweise vor sich hin und die Identität des schwarzen Abtes war schon nach der Pause gelüftet. weiter

Kultur

„Wie ein dicker Schneeball, der immer größer wird“ Hameln. „Eine Frage des Vertrauens“ heißt der ZDF-Fernsehfilm der Woche, der am Montag ausgestrahlt wird. Annette Hess aus Dörpe schrieb dafür das 110 Seiten umfassende Drehbuch. Ein Jahr lang dauerte es von der Idee bis zur Verwirklichung. Drei Monate lang hat sie allein das Skript verfasst. Julia Marre sprach mit der Drehbuchautorin, die bereits unter anderem für den Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ das Drehbuch verfasste. weiter

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„Soulkitchen“ für Kinder
Von Julia Marre
Man nehme ein paar bekannte Schauspieler, eine niedliche Geschichte rund um Freundschaft und Träume. Garniert das Ganze mit etwas leichtfüßiger Musikuntermalung. Würzt noch leicht an Schärfe nach mit den Themen Toleranz und Anderssein – und schon kommt ein großartiger Kinderfilm dabei heraus? Ganz so einfach ist das leider nicht. Oder Regisseurin Franziska Buch sollte mal einen Kochkurs besuchen… weiter

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Mit Pomp: Der Louis XIV. des Elektronikpops
Von Martin Jedicke
Braunschweig. Achtzig Millionen Tonträger, Konzerte vor Millionenpublikum auf schwimmenden Bühnen, im Space Center oder vor Pyramiden, Einträge in das Guinnessbuch der Rekorde – an Inszenierungsideen fehlt es dem Louis XIV des Elektronikpop, Jean Michel Jarre, nicht. Ebenso rekordträchtig wirkt der Technikpark, den der Franzose in der Braunschweiger Volkswagenhalle hat aufbauen lassen. Durch die Reihen der 3800 Zuschauer marschiert er mit seinen drei Mitmusikern ein, verweist in einer kurzen Ansprache auf die deutschen Wurzeln elektronischer Musik und begibt sich in seine elektronische Wagenburg. Über zwei Stunden wummert, fiept und blubbert es aus den Maschinen. Francis Rimbert und Dominique Perrier unterstützen den Meister beim Tastendrücken und Knöpfchendrehen, während Claude Samard allerlei Schlagwerk bedient. weiter

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Mit Helm und Gitarre Hameln. Sich selbst nennt er gern Weltraummann. Dabei heißt dieser Singer/Songwriter mit Künstlernamen Spaceman Spiff. Dahinter steckt der Hamburger Hannes Wittmer. Und musikalisch glänzt er vor allem mit Authentizität. Der Musiker, der mit Helm und Gitarre auftritt, singt in poetischen deutschen Texten von Einsamkeit, Trennungen und Neuanfängen. Beginn seines Konzerts ist heute um 20 Uhr im Unikum, Bäckerstraße 29. Der Eintritt ist frei. weiter

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Mit Sasha spielten sie sich in die Charts Hameln. Als Dick Brave lebte der Popsänger Sasha ab 2004 seine stürmische Rockabilly-Seite aus. Und Boppin’ B erfuhren im Vorprogramm seiner Schmalzlocken-Inkarnation einen enormen Popularitätsschub. Doch warum nur anheizen, wenn sie selbst die Stars sein können? Dass Boppin’ B auch als Hauptattraktion auf der Bühne bestehen, zeigt die Band heute ab 20.30 Uhr in der Sumpfblume. Mit ihrem Album „Bop Around the Pop“ möbelten die Aschaffenburger Sashas Repertoire im Rock’n’Roll-Modus auf. „If You Believe“ und „We Can Leave The World“ kletterten in die deutschen Charts. Die Wurzeln von Boppin’ B liegen im Rock’n’Roll der 50er Jahre. weiter

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Bigband gibt ihr Jahreskonzert am Sonntag Bad Münder. Unter dem Motto „Keep Swinging“ erklingen Welterfolge, wenn die Bigband Bad Münder spielt. Am Sonntag, 7. März, beginnt das Jahreskonzert mit Blues, Funk, Jazz und Pop um 16 Uhr im Martin-Schmidt-Konzertsaal. weiter

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Flamenco, Jazz und Rumba in Stepptanzshow Hameln. Bei dieser Stepptanzshow wird Stillsitzen schwierig: „Tap Olé & Company“ gastieren am Samstag, 6. März, um 20 Uhr im Theater Hameln. Zur Musik spanischer Komponisten des 19. Jahrhunderts werden Choreografien von Guillem Alonso und Roser Font gezeigt: ein Feuerwerk aus Temperament, Rhythmik und Energie. weiter

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Tom Sawyer kommt ins Theater Hameln Hameln. Eine Reise zum Mississippi gefällig? Tom Sawyer kommt mit dem Figurentheater Filou Fox ins Theater Hameln. Am Sonntag, 7. März, um 16 Uhr und am Montag, 8. März, um 9 Uhr entführt der Spitzbube seine Zuschauer ins Abenteuer – für Kinder ab sechs Jahren. weiter

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Ein Stück Lebenswirklichkeit und kein Kunststück
Von Ronald Meyer-Arlt
Hannover. Zwar geht es im Schauspiel oft um Gott und die Welt, aber Zeichen aktiver Religionsausübung sind im Zuschauerraum selten. Kopftuchträgerinnen sieht man so gut wie nie. Was sich ändern sollte, schließlich wird die weltliche Kunst Theater von den in Deutschland lebenden Muslimen mitfinanziert. weiter

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Es wird viel gefochten – und es wird viel geliebt
Von Michael Ranze
Keine Angst vor dicken Büchern, erst recht nicht vor langen Filmen: Heinrich Manns Roman „Henri Quatre“, verteilt auf zwei Bände, ist auch in der Taschenbuchausgabe noch schlappe 1600 Seiten stark. Die Verfilmung von Jo Baier kommt mit 155 Minuten aus. Gar nicht so einfach, die Fülle des Stoffes und die historischen Fakten unter einen Hut zu bringen. Kenner von Patrice Chéreaus „Die Bartholomäusnacht“ dürften, was das Verständnis angeht, im Vorteil sein. Henri Quatre, in der internationalen Co-Produktion natürlich dargestellt von dem Franzosen Julien Boiselier, stellt sich als Anführer der Hugenotten gegen das streng katholische Paris, regiert von Katharina De Medici. Hannelore Hoger spielt sie, und sie muss ihre „Bella Block“, diese dominante und besserwissende Kommissarin, gar nicht so sehr variieren. Eigentlich wäre es ihr lieber, einer ihrer Söhne würde die Thronfolge sichern. Doch als Zeichen der Versöhnung bietet sie Henri die Hand ihrer Tochter Margot (Armelle Deutsch). Weiter geht’s mit der Bartholomäusnacht, einem fürchterlichen Blutbad. In der Folge wird viel gefochten und viel geliebt. Schöne Frauen sterben Gifttode und machen Platz für Gabriele Maria Schmeide, „Die Friseuse“ mit dem dicken Hintern, in der Rolle der Marie De Medici. weiter

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Wenn Comedy auf die zarte Romanze prasselt
Von Julia Marre
Hameln. Es gibt keinen Beerdigungswagen. Auch keinen Jaguar. Die wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei fehlt. Niemand schnitzt hier eine Eis-Skulptur. Nachbarn? Fehlanzeige. Und eine Militärkarriere als Ausweg aus dem depressiven Eigenbrötler-Dasein wird nur am Rande erwähnt. Dennoch ist es längst nicht schlecht, was das Theater Osnabrück aus „Harold und Maude“ macht. Aus jener zauberhaften Geschichte des orientierungslosen 18-jährigen Harold, der auf einer Beerdigung die lebensfrohe und impulsive Maude kennenlernt. Aus jener leicht anarchistischen Komödie, die von der innigen Freundschaft zwischen dem Jungen und der Seniorin erzählt. Aus jenem Märchen, das zwar kein gutes Ende nimmt, aber dezent über das Leben, die Liebe und die Freundschaft philosophiert. weiter

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Böse Schwestern erneut im Lalu Hameln. „Lösegeld für Bata Illitsch“ heißt das Programm, mit dem die Bösen Schwestern nun erneut in Hameln auftreten. Am Samstag, 6. März, zeigen sie um 20 Uhr im Lalu, Hefehof, ihre Mischung aus Comedy und Musik zwischen Altenheimthematik und Eierlikör. weiter

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Jugendkonzert im Theater Hameln. Zu einem Jugendkonzert gastiert am morgigen Freitag bereits um 11 Uhr das Staatsorchester Braunschweig im Theater Hameln. Unter der Leitung von Sebastian Beckedorf und moderiert von Martin Weller, bringt das Orchester Beethovens Sinfonie Nr. 5 c-Moll zur Aufführung. weiter

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Den Nonsens der Vorlage mit Ideen perfektioniert
Von Michael Ranze
Irgendwann musste es passieren: Tim Burton, Hollywoods phantasievollster und bilderfinderischster Regisseur („Sweeney Todd“), hat Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ verfilmt. Warum nicht schon eher?, fragt man angesichts des Einfallsreichtums, der ungewöhnlichen Bilder und des schrägen Personals, das wie gemacht ist für einen Burton-Film. Eigentlich ist „Alice im Wunderland“, 1865 veröffentlicht, ein Kinderbuch. Doch Carroll spielte mit der Sprache, gewann ihr Widersprüchlichkeiten ab und gebrauchte logisch-semantische Paradoxien in so meisterhafter Weise, dass Figuren und Zitate aus dem Märchen in den Sprachgebrauch übergingen. Wer die Handlung noch nicht kennt: Die 19-jährige Alice (Mia Wasikowska) soll auf einer Gartenparty einem ziemlich drögen, aber reichen Langweiler das Ja-Wort geben. Zumindest erwartet das jeder. Doch das Mädchen folgt stattdessen einem weißen Kaninchen und fällt durch ein Loch in der Erde in das surreale Unterland, in dem es zahlreiche Abenteuer bestehen muss. Sprechende Tiere, grinsende Katzen, rauchende Raupen – nichts ist unmöglich. Weiterhin treten auf: Tweedledee und Tweedledum, die kleinen runden Zwillingsbrüder, die böse Rote Königin (Helena Bonham-Carter), die sanftmütige Weiße Königin (Anne Hathaway) und der verrückte Hutmacher, den Johnny Depp in einer Mischung seiner vorangegangenen Tim-Burton-Figuren, vor allem Willy Wonka („Charlie und die Schokoladenfabrik“) und „Edward mit den Scherenhänden“, anlegt. Burton ist wieder in seinem Element: wundervolle, eigenwillige Charaktere, atemberaubendes Set-Design, phantasievoll-bunte Kostüme, perfekte Special Effects und ein zurückhaltender Gebrauch der 3-D-Technik, die sich sinnvoll in die Handlung einfügt. Manchmal weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Vieles hat Burton weglassen müssen, einiges hinzugefügt. So gibt es ständige Diskussionen darüber, ob Alice auch die Richtige ist, die, auf die alle gewartet haben, ihre Bestimmung wird angezweifelt. Ihre Freundschaft mit dem verrückten Hutmacher hat mehr emotionale Tiefe als im Buch. Der Regisseur hat den Nonsens der Vorlage mit Verve und Ideenreichtum seinem Universum anverwandelt. So ist es doch wieder ein typischer „Burton“ geworden. weiter

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Wenn die Superfrau von Sozialismus säuselt
Von Ernst August Wolf
Hameln. Auf der dunkelgrünen Couch, die unverrückbar im Zentrum der Bühne steht, vollzieht sich das Geschichtsdrama von Arthur Millers 1980 entstandenem, wenig bekannten Stück „Die Stunde Amerikas“. Gut drei Stunden lang erlebten die Zuschauer im mäßig besuchten Theater am Montag den Niedergang der Upper-Class-Familie Baum, die wie viele andere zum Spielball und Opfer wirtschaftlicher Gewalten wird. Ihr amerikanischer Traum wird durch die große Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre zu Albtraum und Trauma. weiter

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Interessante neue Perspektive
Von Ernst August Wolf
Hameln. „Eine wunderbare Idee, die auch zu anderen Anlässen im Kirchenjahr praktiziert werden sollte“, fasste einer der rund 40 Besucher der ersten Veranstaltung von „Orgel plus…“ am Sonntag seine Eindrücke zusammen. Das Konzept stammt von Ruth Hegemann, der Leiterin des Kirchenmusik-Teams des Münsters: „In ‚Orgel plus...‘ geht es darum, Texte und Melodien ausgewählter Lieder aus dem evangelischen Kirchengesangbuch in ihrem jeweiligen historischen, kirchen- und musikgeschichtlichen Zusammenhang vorzustellen.“ weiter

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Einfallsreiches Spiel
Von Julia Marre
Hameln. Wo der Mississippi fließt? Na klar, mitten durchs Theater. Dort nämlich zeigte das Figurentheater Filou Fox aus Hannover nun seine wundervolle Interpretation der Abenteuergeschichte um Tom Sawyer und Huckleberry Finn – frei nach Mark Twain. Bevor es losgeht, befreien sich die Puppenspieler Christian Kruse und Achim Fuchs aus einer selbst erdachten Rahmenhandlung. Sie berichten vom verspätet eintrudelnden Dampfer, weil sich ein Krokodil in dessen Rad verfing. Setzen sich an den Bootssteg neben ihr Gepäck und seufzen: „Das kann ja lustig werden.“ Oh ja, das wird es. weiter

Kultur

Frisch und vielseitig
Von Thomas Herms
Hannover. Als Frühlingsüberraschung dem bekannten Programm vorangesetzt, eröffnete das Vogler Quartett sein Konzert bei der Kammermusikgemeinde mit Dvoráks „Zypressen“. Kurz und knapp, dabei voller Lyrik, den Schnee vor dem Konzertsaal hinwegschmelzend. weiter

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Heißes Herz, kühler Kopf – der Pianist beherrscht alle Zwischentöne
Von Karla Langehein
Hannover. Zwei Werke in freundlichem Fis-Dur rahmten das Programm, dessen Kern von den Molltonarten der beiden großen Sonaten und des Scherzos op. 31,2 dominiert wurde. Ein Programmzuschnitt, mit dem Krystian Zimerman schon im Ansatz das verbreitet einseitige Chopin-Bild verwischte und seine Sonderstellung unter den Pianisten unserer Zeit unterstrich. Weit entfernt vom Glamour jener gefeierten austauschbaren Tastenlöwen, die sich merkwürdig ähneln, ist Zimerman auf Tasten und Pedal zwar nicht immer so unfehlbar wie sie, aber unverwechselbar und eine Interpretenpersönlichkeit von seltener Größe. Sein Blick führt hinter die Noten in das Innere eines Werkes und zu dessen vielseitigen und vieldeutigen Facetten, mit deren Mixtur aus Eleganz und Schmerzlichkeit Chopin zeitweilig an Schubert erinnert. Da wirkt unter den Händen des polnischen Pianisten das vermeintlich unbeschwerte Fis-Dur des Nocturnes plötzlich brüchig, und in Abschnitten der Barcarolle grummelt in der linken Hand die Grundierung, als befände sich das Boot auf hoher See. weiter

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Psychologisch raffiniertes Spiel im Theater Hameln. Am Donnerstag, 11. März, zeigt das Landestheater Detmold in Hameln „Die Zofen“. Die Tragödie von Jean Genet – um 20 Uhr im TAB des Theaters – ist eine Parabel über Macht und Faszination, die bei der Uraufführung 1947 einen Skandal auslöste. weiter

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Rintelner Literatursalon am Wochenende Rinteln. „Die anonymen Literaten“ heißt die 2005 gegründete Autorengruppe. Für Samstag, 13. März, um 20 Uhr und Sonntag, 14. März, um 17 Uhr lädt die Künstlerin Annette Pflug-Herdrich zum 1. Rintelner Literatursalon ein, der die Identität dieser Schriftsteller lüften wird. An der Dankerser Straße 1 lesen die Autoren Lyrik, Kurzgeschichten und Romanauszüge. Dazu präsentiert die Sängerin romantische Intermezzi am Steinwayflügel. Tickets unter 0 57 51/ 91 81 29. weiter

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Geschichten von Martin Suter werden gelesen Hameln. Morgen findet die dritte Literarische Stunde der Bibliotheksgesellschaft in der Stadtbücherei (Pfortmühle) statt. Annemarie Müller-Steinbrecher liest ab 10.15 Uhr Geschichten aus Martin Suters „Business Class“. Der Eintritt ist frei. weiter

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Wenn das Showbiz auf die Verkündigung trifft
Von Ernst August Wolf
Hameln. Bei manchen Konzerten steht nicht die Feinheit des Klanges, sondern das emotionale Gesamterlebnis im Vordergrund. So auch beim Gastspiel der New York Gospel Stars im Münster. Ein Jahr lang hatte das von Ruth Hegemann geleitete Kirchenmusik-Team sich um die von Bochum aus quer durch Deutschland tourende Gruppe bemüht. Mit Erfolg. weiter

Kultur

Musik zum Zuschauen
Von Karla Langehein
Hameln Wie spannend und bedeutungsvoll Pausen sein können und das beileibe nicht nur in der Schule, sondern auch in Beethovens Musik – das konnte erfahren, wer am Freitagvormittag an der Exkursion durch seine fünfte Sinfonie teilnahm. Es gehört zu den erfreulichen Neuerungen im Hamelner Theater-Spielplan, dieses nun erstmals über die Bühne gegangene Jugendkonzert mit dem Staatsorchester Braunschweig (dessen Soloklarinettist übrigens einst in Hameln die Schiller-Schulbank drückte) und seinem Dirigenten Sebastian Beckedorf. Musik zum Zuschauen statt aus der Retorte. Und dazu Martin Weller als Moderator, der ebenso unterhaltsam wie informativ durch eines der wichtigsten orchestralen Werke der Klassik führte. weiter

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Motto: Drei Akkorde und eine Lüge
Von Martin Jedicke
Hameln. „Herrje, der liebe Schnee!“ Boppin’B nehmen es mit Humor, aber nicht zum ersten Mal habe ihnen in diesem Winter die weiße Pracht Zuschauer gekostet. Die über hundert, die am Freitagabend in die Sumpfblume gekommen sind, werden dort zur Belohnung schnell aufgewärmt. Nicht etwa, dass die Heizung noch Beach-Wochen-Temperaturen ausstrahle – die Band aus Süddeutschland animiert mit ihrer schweißtreibenden Rockabilly-Show zum Tanzen, Klatschen und Singen. Kompakter als die Anheizer, The 4 Rivets, die die Menschen nur mühsam näher an die Bühne bekommen, bieten Boppin’B eine gelungene Mixtur aus Rock’n’Roll, Country und eben Rockabilly, vor allem aber eine unterhaltsame Show. Immer wieder bilden sie Pyramiden: Frank Seefeldt spielt ein Saxofonsolo, auf den Oberschenkeln des Gitarristen Golo Sturm und des Sängers Michael Treska stehend. Didi Beck, der seinen wuchtigen Standbass auch gern einmal auf den Schultern durch den Saal trägt, stellt sein Instrument als Trittleiter zur Verfügung. Dazu coole Gesten, nicht immer ganz so scharfe Pointen in den Anmoderationen. weiter

Kultur

Mit furiosen Soli und Ensembles
Von Richard Peter
Hameln. Zuletzt: stehende Ovationen für „Tapeando“ – Wort-Mix aus Tap für Stepp in Englisch und dem spanischen „tapear“ für von einer Bar zur anderen ziehen – das am Samstagabend die Hamelner im proppenvollen Theater restlos begeisterte. Bewunderung für eine virtuose Show – und „Tap Olé“ ähnlich faszinierend, wenn auch riskanter Vergleich, wie die Koloraturarie einer Königin der Nacht. Nur statt gesungen – getanzt. weiter

Kultur

Wieder grandios getanzte Liebesszenen
Von Richard Peter
Hannover. Reizvoll – aber sicher! Und ebenso sicher: Nicht unbedingt die ideale Vorlage für ein Ballett, dieser berühmt-berüchtigte Briefroman des Choderlos de Laclos mit seinen „Gefährlichen Liebschaften“. Ein teuflisches Spiel um Macht und Verführung um der Verführung willen. Ein zynisches dazu. Denn die Marquise de Merteuil ist stocksauer auf ihren Ex-Liebhaber. Und ebenfalls ein Ex, Vicomte de Valmont, soll ihr helfen, die Braut des Ex-Ex noch vor der Hochzeit zu entjungfern. Cécile wird sein Opfer. Parallel dazu soll er die tugendhafte de Tourvel erobern. Der Preis: Die Marquise selbst. weiter

Kultur

Streckenweise nur vor sich hingedümpelt
Von Andrea Gerstenberg
Hameln. Geld, Macht, Liebe, dazu eine Prise skurriler englischer Humor und natürlich gruselige Spannung, daraus strickte seinerzeit Edgar Wallace seine Klassiker. Der Inszenierung des Stückes „Der schwarze Abt“, mit dem Imperial Theater Hamburg im Hamelner Theater, fehlten am Donnerstagabend leider das Gruselige und auch ein wenig die Spannung. Nun ist es zugegebener Weise schwer, so eine grandios passende Kulisse, wie seinerzeit Schloss Hastenbeck für die Verfilmung „Der unheimliche Mönch“ auf die Bühne zu bringen, aber das glich Regisseur Frank Thannhäuser mit dem Überraschungseffekt im zweiten Akt, wo ein komplettes Bühnenbild hinter der Kulisse des Salons zum Vorschein kam, reizvoll aus. Dass nicht so recht fesselnde Spannung aufkam, war da schon schmerzlicher. Das Stück dümpelte streckenweise vor sich hin und die Identität des schwarzen Abtes war schon nach der Pause gelüftet. weiter

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„Wie ein dicker Schneeball, der immer größer wird“ Hameln. „Eine Frage des Vertrauens“ heißt der ZDF-Fernsehfilm der Woche, der am Montag ausgestrahlt wird. Annette Hess aus Dörpe schrieb dafür das 110 Seiten umfassende Drehbuch. Ein Jahr lang dauerte es von der Idee bis zur Verwirklichung. Drei Monate lang hat sie allein das Skript verfasst. Julia Marre sprach mit der Drehbuchautorin, die bereits unter anderem für den Film „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ das Drehbuch verfasste. weiter

Kultur

„Soulkitchen“ für Kinder
Von Julia Marre
Man nehme ein paar bekannte Schauspieler, eine niedliche Geschichte rund um Freundschaft und Träume. Garniert das Ganze mit etwas leichtfüßiger Musikuntermalung. Würzt noch leicht an Schärfe nach mit den Themen Toleranz und Anderssein – und schon kommt ein großartiger Kinderfilm dabei heraus? Ganz so einfach ist das leider nicht. Oder Regisseurin Franziska Buch sollte mal einen Kochkurs besuchen… weiter

Kultur

Mit Pomp: Der Louis XIV. des Elektronikpops
Von Martin Jedicke
Braunschweig. Achtzig Millionen Tonträger, Konzerte vor Millionenpublikum auf schwimmenden Bühnen, im Space Center oder vor Pyramiden, Einträge in das Guinnessbuch der Rekorde – an Inszenierungsideen fehlt es dem Louis XIV des Elektronikpop, Jean Michel Jarre, nicht. Ebenso rekordträchtig wirkt der Technikpark, den der Franzose in der Braunschweiger Volkswagenhalle hat aufbauen lassen. Durch die Reihen der 3800 Zuschauer marschiert er mit seinen drei Mitmusikern ein, verweist in einer kurzen Ansprache auf die deutschen Wurzeln elektronischer Musik und begibt sich in seine elektronische Wagenburg. Über zwei Stunden wummert, fiept und blubbert es aus den Maschinen. Francis Rimbert und Dominique Perrier unterstützen den Meister beim Tastendrücken und Knöpfchendrehen, während Claude Samard allerlei Schlagwerk bedient. weiter
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